Fördersätze und Boni

  • Wie hoch sind die Zuschüsse (Basisförderung)?

    Die Höhe der Zuschüsse richtet sich nach den Nennwärmeleistungen der Wärmepumpen und ist in einer Förderrichtlinie (Stand: 1. April 2015) festgelegt, die vom zuständigen Bundeswirtschaftsministerium erlassen wurde.

    Zusätzlich zur Basisförderung können noch Boni und Zuschüsse für Optimierungsmaßnahmen beantragt werden. Bei besonders effizienten Wärmepumpen ist die sog. Innovationsförderung (s. Frage 12) möglich, in der höhere Fördersätze gelten.

    Im Neubau (s. Frage 4) gibt es dieselben Fördersätze, hier gelten allerdings die Anforderungen der Innovationsförderung.

    NEU seit dem 01.01.2016:

    Ersetzt die geförderte Wärmepumpe einen besonders ineffizienten Kessel (Öl/Gas, kein Brennwert, außerhalb gesetzliche Austauschpflicht), wird der Förderbetrag noch einmal um 20% aufgestockt! In diesem Fall muss gleichzeitig die gesamte Heizungsanlage optimiert werden. Für die Optimierung gibt es einen pauschalen Zuschuss von 600 EUR.

    Folgende Zuschüsse werden in der Basisförderung für den Gebäudebestand gewährt:

    Tabelle mit Fördersätzen der Basisförderung für Bestandsgebäude
    Basisförderung Marktanreizprogramm
  • Was ist die Innovationsförderung?

    Mit der Innovationsförderung sollen besonders effiziente Wärmepumpen – sowohl in Bestandsgebäuden als auch in Neubauten – gefördert werden. Auch die Prozesswärmebereitstellung wird einbezogen.

    Hier müssen die Wärmepumpen entweder…

    … eine JAZ ? 4,5 (elektr. Wärmepumpen) bzw. ? 1,5 (Gas-Wärmepumpen) vorweisen

    ODER

    … eine besonders hohe Systemeffizienz aufweisen. Damit sind Anlagen gemeint, die durch die Einbindung weiterer Bauteile besonders effizient sind. Dazu zählen derzeit

    1. erdgekoppelte Wärmepumpen mit ergänzender Wärmequelle Luft oder Solarstrahlung,
    2. Luft/Wasser-Wärmepumpen mit ergänzender Wärmequelle Solarstrahlung,
    3. Wärmepumpen mit Eisspeicher,
    4. Wärmepumpen mit Wärmequelle “kalte Nahwärme”.

    Die Optionen und die technischen Anforderungen sind auf einer Liste beim BAFA aufgeführt. Bei diesen Konzepten ist die Effizienz über die sog. System-Jahresarbeitszahl (SJAZ) mithilfe einer Simulationsrechnung nachzuweisen. Mit dem JAZ-Rechner des BWP ist dies nicht möglich.

    Weiterhin verpflichtend sind…

    • … die Verwendung von Flächenheizungen und
    • … ein Qualitätscheck nach einem Jahr inkl. Messung der Jahresarbeitszahl

    In der Innovationsförderung gelten folgende Fördersätze:

    • Bestand: 150% der Höhe der Basisförderung
    • NEU seit dem 01.01.2016:

      Ersetzt die geförderte Wärmepumpe einen besonders ineffizienten Kessel (Öl/Gas, kein Brennwert, außerhalb gesetzliche Austauschpflicht), wird der Förderbetrag noch einmal um 20% aufgestockt! In diesem Fall muss gleichzeitig die gesamte Heizungsanlage optimiert werden. Für die Optimierung gibt es einen pauschalen Zuschuss von 600 EUR.

    • Neubau: Förderung in Höhe der Basisförderung

    WICHTIG: Für die Innovationsförderung muss der Antrag VOR Projektbeginn gestellt werden!

    Folgende Zuschüsse werden in der Innovationsförderung für den Gebäudebestand gewährt:

    Tabelle mit Fördersätzen der Innovationsförderung im Neubau und Bestand
    Innovationsförderung Marktanreizprogramm
  • Was ist der Kombinationsbonus?

    Zusätzlich zu der Basisförderung für eine effiziente Wärmepumpe kann ein Bonus von 500 EUR gewährt werden, sofern gleichzeitig…

    • …eine förderfähige Solarkollektoranlage oder Biomasseanlage zur Raumheizung und Warmwasserbereitung errichtet wird,
    • …eine Solarkollektoranlage zur reinen Warmwasserbereitung angeschlossen wird,
    • …eine nicht förderfähige Solarkollektoranlage (mind. 7 m²) eingebunden, die einen Beitrag als Wärmequelle für die Wärmepumpe leistet, wird oder
    • … die Wärmepumpe an ein Wärmenetz angeschlossen wird.

    Gleichzeitigkeit der Maßnahmen bedeutet, dass sowohl die Solarthermieanlage als auch die Wärmepumpe innerhalb eines maximalen Zeitrahmens von 9 Monaten in Betrieb zu nehmen sind. Innerhalb dieser Frist muss der Antrag beim BAFA eingegangen sein. Für beide Maßnahmen ist ein separater Antrag zu stellen. Der Bonus wird nur einmal gewährt.

  • Was ist der Lastmanagement-Bonus?

    Lastmanagement-Bonus

    Wärmepumpen, die den Anforderungen eines intelligenten Stromnetzes genügen, können einen Bonus von 500 EUR erhalten. Um diesen zu erhalten muss…

    • … ein Pufferspeicher mit einer Größe von mind. 30 Liter/kW Nennwärmeleistung installiert werden (das Volumen des Trinkwasserspeichers darf hier angerechnet werden),
    • … die Wärmepumpe eine Schnittstelle entsprechend der Regularien des „SG Ready“-Labels vorweisen.

    Welche Wärmepumpen für den Lastmanagement-Bonus infrage kommen, wird auf der Liste förderfähiger Wärmepumpen des BAFA vermerkt. Eine Liste aller Wärmepumpen mit SG Ready-Label ist auf der BWP-Website verfügbar.

  • Welche Optimierungsmaßnahmen werden gefördert?

    Übersicht Optimierungsmaßnahmen

    Seit 01.04.2015 werden verschiedene Optimierungsmaßnahmen gefördert, um die Effizienz der geförderten Anlagen in der Praxis sicherzustellen.

    Folgende Maßnahmen können gefördert werden:

    • Ausbau Gas-/Öltank einschl. Entsorgung des alten Tank und Wiederherstellung der Außenanlagen bei erdbedeckten Tanks
    • Ausbau Altheizung einschl. Entsorgung
    • Austausch oder erstmaliger Einbau von Flächenheizsystemen und Heizleisten (System-Vorlauftemperaturen unter 35°C) inkl. Anpassung oder Erneuerng von Rohrleitungen
    • Austausch von Heizkörpern durch NT-Heizkörper (Vorlauftemperatur unter 60°C)
    • Austausch “kritischer”Heizkörper zur Systemtemperaturreduzierung
    • Einbau zusätzlicher Wärmetauscher zur Aufrüstung eines NT- zu einem BW-Kessel einschl. notwendiger Schornsteinanpassungen
    • Einbau sowie Ersatz von zur Heizungsanlage zugehöriger Mess-, Steuer- und Regelungstechnik und Nutzerinterface
    • Einbau voreinstellbarer Heizkörperthermostatventile und von Strangdifferenzdruckreglern
      zusätzliche Dämmung des bestehenden Verteilnetzes und des Speichers
    • Umstellung des Warmwassersystems, d.h. Integration in die Heizungsanlage inkl. notwendiger Sanitärarbeiten wie Austausch der Armaturen, Einsatz wassersparender Maßnahmen, Abwasser-Wärmerückgewinnung)
    • Nutzerinterface u nd Smart Metering-Systeme für Wärme, auch als Mulsti-Sparten-Systeme inkl. Strom, Gas und Wasser
    • Einbau einer hocheffizienten Zirkulationspumpe
    • notwendige Maler-, Putz- und Wandverkleidungsarbeiten
    • Herstellung notwendiger Wand- und Deckendurchbrüche inkl. Dämmmaßnahmen
      Erneuerung des Schornsteins oder Erstellung von Steigsträngen inkl. Verkleinerung
      Einrichtung oder Neubau eines Heizraums bzw. Bevorratungsbehälters für Biomasse
    • notwendiger bauliche Maßnahmen am Heiz- und Kesselraum
    • in Einrohrsystemen Maßnahmen zur Volumenstromregelung
    • Umbau von Ein- in Zweirohrsysteme
    • Ersatz und erstmaliger Einbau von Pufferspeichern (sofern nicht gefordert oder extra gefördert)
      Inbetriebnahme, Einregulierung und Einweisung
    • bei Biomasseanlagen: Errichtung eines integrierten oder nachgerüsteten Staubabscheiders, insofern nicht extra gefördert

    NEU seit dem 01.01.2016:

    Ersetzt die geförderte Wärmepumpe einen besonders ineffizienten Kessel (Öl/Gas, kein Brennwert, außerhalb gesetzliche Austauschpflicht), wird der Förderbetrag noch einmal um 20% aufgestockt! In diesem Fall muss gleichzeitig die gesamte Heizungsanlage optimiert werden:

    • Bestandsaufnahme und Analyse des Ist-Zustandes (z.B. nach DIN EN 15378)
    • Durchführung des hydraulischen Abgleichs
    • Umsetzung aller erforderlichen Maßnahmen zur Effizienzverbesserung des Heizungssystems (z.B. Anpassung der Heizkurve Anpassung der Vorlauftemperatur und der Pumpenleistung, Einsatz von Einzelraumreglern)

    Für die Optimierung gibt es einen pauschalen Zuschuss von 600 EUR, allerdings nur im Paket mit der 20-prozentigen Aufstockung.

    ACHTUNG: Die Förderung von Optimierungsmaßnahmen bei Errichtung der Anlage (s.o.) sind nicht mit dem Paket des 20-prozentigen Zuschlags und den 600 EUR für Optimierungsmaßnahmen kombinierbar!

  • Was ist der APEE-Bonus?

    Seit dem 01.01.2016 können Antragsteller zusätzlich zur Basis-/Innovationsförderung und den genannten Boni einen 20-prozentigen Zuschlag auf ihre Gesamtfördersumme erhalten. Diese Maßnahme ist des sog. Anreizprogramms Energieeffizienz (APEE) der Bundesregierung.

    Der Bonus kann in Anspruch genommen werden, wenn ein alter Heizkessel ausgetauscht wird, der…

    • fossile Brennstoffe (Gas oder Heizöl) nutzt,
    • nicht auf Brennwert- oder Brennstoffzellentechnik beruht und
    • nicht von der Austauschpflicht der EnEV erfasst wird

    Darüber hinaus müssen neben dem reinen Tausch des Wärmeerzeugers Optimierungsmaßnahmen an der Heizungsanlage durchgeführt werden, die es einen Pauschalzuschuss von 600 EUR gibt:

    • Bestandsaufnahme und Analyse des IST-Zustandes (z.B. nach DIN EN 15378)
    • Durchführung des hydraulischen Abgleichs
    • Umsetzung aller erforderlichen Maßnahmen zur Effizienzverbesserung des Heizungssystems (z.B. Anpassung der Heizkurve Anpassung der Vorlauftemperatur und der Pumpenleistung, Einsatz von Einzelraumreglern)

    Der Zuschlag und der Optimierungszuschuss sind nur im Paket antragsfähig. Eine Nutzung des Bonus für Optimierungsmaßnahmen bei Errichtung der Anlage ist in diesem Fall ausgeschlossen!

    Anbei finden Sie die Mindestfördersätze bei Inanspruchnahme des APEE-Bonus. Diese setzen sich wie folgt zusammen: 1,2 x Mindestfördersumme (Basis/Innovation) + 600 EUR. Werden zusätzlich Boni (z.B. Lastmanagement-Bonus) in Anspruch genommen, wird deren Summe ebenfalls mit 1,2 multipliziert.

    Tabelle mit APEE-Fördersätzen für Bestandsgebäude
    Fördersätze der Basisförderung und Innovationsförderung im Vergleich
  • Wann gelten welche Fördersätze?

    Die neuen Förderbedingungen treten am 1. April 2015 in Kraft. Diese gelten für alle Anträge, die ab diesem Tag gestellt werden. Demzufolge werden auch Anlagen, die bis zu 9 Monate vor diesem Tag in Betrieb genommen wurden, entsprechend der neuen Förderrichtlinien behandelt. Für Anträge, die bis einschließlich 31. März 2015 gestellt werden, gelten nach wie vor die alten Förderbedingungen.

    NEU: Seit 01.01.2016 gibt es einen zusätzlichen Bonus, wenn die neue Wärmepumpe einen besonders ineffizienten fossilen Kessel ersetzt und gleichzeitig die Heizungsanlage optimiert wird. Dieser Bonus wird nur für Wärmepumpen gewährt, die ab dem 01.01.2016 in Betrieb genommen werden! Es gelten weiterhin die verschiedenen Antragsverfahren in der Basis- (nachträgliche Beantragung) und Innovationsförderung (Beantragung vor Vorhabensbeginn.)

  • Ist eine gleichzeitige Förderung über das MAP und ein KfW-Programm möglich?

    KfW- und MAP-Förderung

    Für die Kumulierung – also die die Inanspruchnahme mehrerer Förderprogramme für dieselbe Maßnahme – von MAP und KfW-Programmen sind enge Grenzen gesetzt. Grundsätzlich gilt ein sogenanntes Kumulierungsverbot
    Folgende KfW-Programme sind jedoch ohne Einschränkungen mit dem MAP kumulierbar:

    Andere KfW-Programme dürfen nur dann in Anspruch genommen werden, wenn die neue Wärmepumpe nicht über das jeweils beantragte KfW-Programm finanziert wird. In diesem Fall würden die verschiedenen Förderprogramme lediglich kombiniert, nicht jedoch kumuliert. Dies gilt vor allem für folgende KfW-Programme: